Nichts war mehr, wie es vorher war…

Heute vor 15 Jahren bekam ich einen Anruf von meinem Hautarzt. Das Muttermal, dass wir vor ein paar Tagen entfernt hatten, war bösartig: schwarzer Hautkrebs (malignes Melanom). Ich weiss noch, dass ich erstmal googelte und feststellte, dass die Überlebensrate mit der Diagnose nicht sonderlich rosig war, weil es sich um eine der aggressivsten Krebsarten handelte. Sobald die Zellen die Hautschicht mit den Gefäßen in nicht mal einem Millimeter Tiefe erreicht haben, beginnt der Krebs zu streuen.

Ich war schockiert und das vor Weihnachten. Ich weiss noch wie meine Mutter das halbe Weihnachtsfest geweint hat. Das Schlimmste war aber die Ungewissheit und die Angst, dass der Krebs schon gestreut hat. Dass er das nicht hatte, war erst Mitte Januar klar, nachdem ich erneut operiert und untersucht wurde.

Klingt nach Horror, war es irgendwie auch, aber im Nachhinein macht mich das Erlebsnis einfach nur dankbar:

  • dass ich weiterleben durfte
  • dass ich keine Chemo brauchte, die meine tolle Tochter unmöglich gemacht hätte
  • dafür dass ich mein Leben mehr zu schätzen weiß
  • dafür, dass mich ein blöder Hautausschlag überhaupt erst zum Hautarzt geführt hat, den ich danach nie wieder hatte

Ich möchte euch drei Botschaften aus diesem Erlebnis weitergeben:

  1. Geht regelmäßig zur Vorsorge. Aber macht euch nicht aus Angst fertig deswegen.

ANGST

Ich hatte in dieser Situation massive Ängste. Zu Anfang, dass der Krebs schon überall sein könnte, dass ich sterben muss, dass ich nie eine Familie haben werde. Später als die Untersuchungen durch waren, ging die Angst auch noch nicht weg, denn immer wenn es mir irgendwo zwickte, hatte ich Angst, dass der Krebs doch noch irgendwo in meinem Körper ist.

Man könnte jetzt sagen, dass war ja eine normale Angst, weil ich ja einen Grund hatte, aber das sehe ich etwas anders. Nach den Untersuchungen hätte ich genauso sagen können, alles ist gut ich hab es schwarz auf weiß. Das konnte ich aber erst einige Zeit später. Auch in dieser Situation war meine Angst nicht durch Fakten zu belegen und eben nur auf der gedanklichen Ebene. Wie bei allen mit einer Angststörung auch. Hat mir das geholfen? Nein, denn wenn man erstmal in einem Gedankenkarussel wie diesem ist, dann schwächt man automatisch sein Immunsystem durch den Stressmodus der aktiviert wird. Und damit hätte ich meine Angst Realität werden lassen können. Gott sei Dank, war die Angst bei mir nicht tagtäglich vertreten und ich hatte auch Momente in denen ich eine unglaubliche Stärke spürte und das Gefühl hatte, dass alles gut wird, so dass mein System vermutlich nicht dauerhaft geschwächt war. Aber wenn einige von euch zum Beispiel Angst vor Krankheit oder Tod haben, ohne dass es auch nur einen Grund dafür gibt, so schafft ihr erst Voraussetzungen für das Auftreten von Krankheiten eben durch eure Angst.

2) Glaubt der Angst nicht und findet Wege aus diesem Strudel. Es lohnt sich. Im Januar veranstalte ich zum Beispiel einen kostenlosen Minikurs zu den Ursachen von Ängsten.

URSACHEN VERSTEHEN

Mit der Zeit konnte ich ganz klar die Ursachen für meinen Krebs sehen. Ich hatte in dem Jahr davor den größten Stress meines Lebens, die größte Krise bis dahin, mehrere schwer depressive Monate.

Ich war zum Auslandsstudium in Frankreich und fühlte mich nicht wohl, weil ich u.a. einen Freund zuhause hatte und die Trennung nicht aushielt. In diese Situation herein verlor ich meinen geliebten Onkel ganz plötzlich und mein Leben geriet völlig aus den Fugen.

Obwohl es mir kaum schlechter gehen konnte, sowohl seelisch als auch körperlich führten diverse Glaubenssätze in mir dazu, dass ich es nicht mal ansatzweise in Erwägung zog mein Auslandsstudium abzubrechen. Mein Leben war ein Jahr lang ein extremer Kampf.

3) Wenn es euch nicht gut geht, dann ändert die Rahmenbedingungen, egal wie aussichtlos es auf den ersten Blick scheint.

Seid ihr unzufrieden in eurer Beziehung, dann ändert was oder beendet sie.

Ist es der Job der euch auffrisst, dann ändert eure Einstellung und dessen Prio. Ein Wechsel kann natürlich auch Erlösung bringen, aber wenn es eure Einstellung ist, die zu dem Stress führt, wird es in einer neuen Rolle wieder zum selben Ergebnis führen.

Es gibt so viele Möglichkeiten und auch genügend Anlaufstellen für Hilfe. Es gibt keine Ausrede. Lasst es nicht so weit kommen, wie ich damals…

In diesem Sinne wünsche ich euch ein frohes Weihnachtsfest voller Dankbarkeit für das Leben, eure Lieben, für das wie gut es uns eigentlich geht. Lasst es nicht zu, dass die Angst einen Filter über all die tollen Dinge in eurem Leben legt.


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2 Gedanken zu „Nichts war mehr, wie es vorher war…

  1. Marcel Junker

    Liebe Jessica und liebe Mitleser/innen, vor ein paar Monaten hätte ich den Rat, den ich gerade im Artikel las, meine Beziehung zu beenden zu totalem Quatsch erklärt. Doch 2 Monaten nach meiner Trennung von meiner Freundin gebe ich zu, dass ich seit dem nur noch eine krasse Angstattacke, statt wie sonst 2mal pro Woche. Ich kann wieder schlafen, denn so äußerte sich meine Angst in dem sie mich nicht schlafen ließ. Als ich mal eine Schlafbilanz zog, kam heraus, dass ich in unserer 10monatigen Beziehung ca. 25 Nächte nicht geschlafen habe. Und ich rede nicht von schlecht schlafen, darüber wäre ich schon froh gewesen, sondern von gar nicht schlafen. Selbst Beruhigungstabletten halfen im Akutfall nicht und ich war so in meinem Angstfilm, dass ich keine Technik anwenden konnte. Doch all das ist nun vorbei – leider auch meine Beziehung. Ich weiß, dass sie es nicht allein war, sondern meine uralte Angst des Verlassenwerdens antriggerte. Komischerweise seit dem wir uns nun wirklich trennten ist die Angst verschwunden. Ich weiß, dass ich noch weiter forschen muss woher das alles rührt. Stichwort; Urängste des inneren Kindes, Co-Abhängigkeit, nachnähren… Doch ich möchte alle ermutigen, auch erstmal abwegige Pfade einzuschlagen. Wir werden dafür belohnt, auch wenn du es erst einmal nicht siehst.

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    1. Jessica von Raus aus der Angst

      Schön, dass es dir schon besser geht, lieber Marcel. Ich wollte nochmal sagen, dass ich niemanden direkt dazu auffordere seine Beziehung zu beenden, sondern nur, dass wenn belastende Umstände herrschen man versuchen sollte diese zu ändern. Und manchmal kann das auch eine Trennung sein. Man kann aber manchmal die Umstände auch innerhalb der Beziehung zum positiven wenden. So war es nämlich bei mir selbst. Hört tief in euch rein, denn euer Herz kennt eigentlich schon die Wahrheit.

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